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Wasserdichte 3D-Druckteile: versiegeln lassen statt selbst abdichten

Ein 3D-gedrucktes Teil ist selten von sich aus dicht. Beim FDM-Druck bleiben zwischen den abgelegten Bahnen feine Kapillaren stehen, im SLS bleibt das Teil aus dem Pulverbett porös. Wasser, Öl und Kühlschmierstoff finden diese Wege zuverlässig – meist erst im Einsatz, nicht auf dem Prüftisch. Statt das Teil danach selbst abzudichten – mit Epoxidharz, Lack oder Sekundenkleber –, bestellen Sie die Versiegelung gleich mit: Wir tauchen das fertige Bauteil in einen Imprägnierer, der in die Poren zieht und dort aushärtet. Die Option steht im Kalkulator, der Aufpreis wird sofort eingerechnet – kein Angebot, keine Rückfrage.

Die Eckdaten

LeistungImprägnieren und Versiegeln, Option im Kalkulator
AuftragsverfahrenTauchbad – ganzes Bauteil, auch Innenflächen
Werkstoffealle FDM-Filamente sowie PA12 und TPU 90A aus dem SLS
MaschinenPrusa-Drucker im FDM, Formlabs Fuse 1 mit Fuse Sift im SLS – in unserer Werkstatt in Verden (Aller)
Nicht angeboten fürSLA-Harze – die kommen bereits geschlossen aus dem Drucker
Porengröße (Herstellerangabe)bis 0,2 mm; die UV-Variante bis 0,5 mm
Temperatur (Herstellerangabe)bis 130 °C; UV-Variante bis 200 °C – der Werkstoff darunter bleibt die Grenze
Optikfarblos und transparent nach dem Aushärten, keine Farbschicht
Weiterverarbeitungüberlackierbar (Herstellerangabe)
Aufpreisrechnet der Kalkulator ein, sobald Sie die Option wählen
Lieferzeit15 bis 21 Tage inklusive Nachbearbeitung; Express als Versandoption
VersandDeutschland und EU 4,99 €, kostenlos ab 75 € Bestellwert

Warum gedruckte Teile undicht sind

„Undicht“ heißt bei Druckteilen fast nie „da ist ein Loch“, sondern: Das Bauteil hat eine offene Mikrostruktur – und die entsteht bei jedem Verfahren aus einem anderen Grund.

FDM: Kapillaren zwischen den Bahnen

Der Druckkopf legt runde Stränge nebeneinander. Zwischen zwei Bahnen und an jeder Schichtgrenze bleibt ein Zwickel, der nicht vollständig verschweißt – diese Kapillaren ziehen sich durch die ganze Wand, ohne dass ein Riss zu sehen wäre. Dazu ist ein Standardteil innen nicht massiv: Der Füllgrad steht im FDM-Kalkulator voreingestellt auf 30 %.

SLS: poröses Pulverbett

Beim Lasersintern verschmilzt der Laser Polyamidpulver – zwischen den ehemaligen Pulverkörnern bleiben Hohlräume zurück. Die Oberfläche ist feinkörnig und offen: Unversiegeltes PA12 saugt sich mit Wasser, Öl und Schmutz voll und lässt sich schlecht reinigen. Hier bringt die Versiegelung den größten Unterschied.

SLA: dicht, aber spröde

Im SLA-Druck härtet flüssiges Harz in 0,05 mm dünnen Schichten aus – das Bauteil ist ab Drucker geschlossen. Der Haken liegt woanders: Je nach Harz sind die Teile spröde und altern unter Sonnenlicht. Die Versiegelung bieten wir für Harze deshalb gar nicht erst an.

Was beim Versiegeln passiert

Wer ein 3D-Druckteil wasserdicht machen lassen will, kauft bei uns keinen Anstrich, sondern eine Imprägnierung, die in das Material zieht. Wir tauchen das fertige Bauteil vollständig in die Versiegelungslösung. Das Polymer wird durch dieselbe Kapillarwirkung in die Poren gezogen, die sonst die Flüssigkeit hineinlässt, und härtet dort aus. Verwendet werden Dichtol AM Hydro und Dichtol AM UV Protection von DIAMANT Polymer. Das Tauchbad erreicht dabei Innenflächen, Kanäle und Hinterschnitte, an die Sie mit Pinsel oder Sprühdose nicht herankommen – genau die Stellen, an denen ein selbst abgedichtetes Teil zuerst durchlässt.

Eine sichtbare Farbschicht entsteht dabei nicht. Details zur Ausführung stehen im Beitrag Professionelle Bauteilversiegelung für Ihre 3D-Druckteile.

Die beiden Varianten im Vergleich

Beide Varianten stehen im Kalkulator unter „Beschichtung“. Die Werte sind Herstellerangaben, keine eigenen Messwerte.

Imprägnieren und VersiegelnVersiegeln mit UV-Schutz
Wirkungschließt die Poren, gas- und wasserdichtschließt die Poren und schützt zusätzlich vor UV-bedingtem Ausbleichen
Poren bis0,2 mm0,5 mm
Temperaturbeständigkeit130 °C200 °C
Lösemittelfreija, wasserbasiertnein
Überlackierbarmit allen gängigen Lackenmit lösemittelfreien und wasserbasierten Lacken
Bestellbar zuallen FDM-Filamenten, PA12, TPU 90APETG, ASA, PCTG, PETG V0, PA12
Typischer EinsatzFeuchtraum, Flüssigkeitskontakt, ReinigungDauereinsatz im Freien, Sonne, Bewitterung

Liegt Ihr Teil dauerhaft draußen, zählt die Werkstoffwahl mindestens so viel wie die Beschichtung: Druckteile für den Ausseneinsatz.

Wofür sich die Versiegelung lohnt

Gehäuse in feuchter Umgebung

Elektronikgehäuse in Werkstatt, Technikraum oder am Fahrzeug: Die Versiegelung nimmt der Wand die Kapillaren, über die Feuchtigkeit nach innen kriecht.

Teile mit Flüssigkeitskontakt

Wannen, Trichter, Adapter, Schwimmer, Führungen im Kühlmittelstrom – drucklos, nicht als Druckbehälter.

Teile, die gereinigt werden

Unversiegeltes PA12 nimmt Öl und Farbstoffe auf und lässt sich kaum sauber wischen – ein Argument bei Vorrichtungen und bei Teilen aus TPU 90A.

Ersatzteile und Lackiervorbereitung

Beim nachgedruckten Ersatzteil ist die geschlossene Oberfläche oft der fehlende Unterschied zum Original – und sie schluckt weniger Grundierung.

Wo die Versiegelung an Grenzen stößt

Damit Sie nicht das Falsche erwarten, sagen wir auch, was diese Leistung nicht ist:

Kein Druckbehälter-Verfahren

Wir versiegeln Bauteile, wir qualifizieren keine Druckbehälter: keine Berstdruckprüfung, keine Auslegung nach Druckgeräterichtlinie, keine Abnahme. Was unter Innendruck steht – Druckluft, Hydraulik, Gas –, gehört nicht in ein gedrucktes Teil.

Zertifiziert ist das Material, nicht das Bauteil

Mehrere unserer Werkstoffe sind als Rohstoff FDA-konform zertifiziert, und für AM Hydro (dichtol AM #2567) hat der Hersteller nachgewiesen, dass sich im Kontakt mit Trinkwasser nichts aus der Versiegelung löst. Eine Freigabe des fertigen Bauteils ist beides nicht: Lebensmittelkonformität wird immer am kompletten Teil geprüft und müsste für Ihren Anwendungsfall eigens ermittelt werden. Dazu kommen die feinen Rillen zwischen den Druckschichten, in denen Rückstände sitzen bleiben. Wir liefern deshalb keine Freigabe für Lebensmittel- oder Trinkwasserkontakt mit.

Keine Dauertemperatur

Die 130 °C beziehungsweise 200 °C gelten für die Beschichtung, nicht für Ihr Bauteil. Der Kunststoff darunter erweicht früher – PLA deutlich früher als ABS oder ASA: siehe temperaturbeständige Druckteile.

Repariert keine Konstruktionsfehler

Geschlossen werden Mikroporen, nicht Spalten. Eine zu dünne Wand oder ein Loch oberhalb der angegebenen Porengröße bleibt undicht – siehe Konstruieren für den 3D-Druck.

Kein Prüfprotokoll

Wir führen keine eigenen Dichtheitsprüfungen durch und liefern kein Zeugnis mit. Ist die Dichtheit sicherheitsrelevant, prüfen Sie das versiegelte Teil in Ihrer Anwendung, bevor Sie eine Serie bestellen. Was der Test ergibt, gilt dann auch für die Serie: Wir drucken auf Prusa-Druckern und der Formlabs Fuse 1 mit Filamenten europäischer Hersteller und Pulver von Formlabs – die Charge schwankt nicht, das Porenbild bleibt gleich, und die Versiegelung zieht in die Nachbestellung so ein wie in das Musterteil.

Nicht für SLA-Harze

Für die Harze im SLA-Druck steht die Option nicht zur Auswahl – dort sind keine Poren zu füllen.

So bestellen Sie ein versiegeltes Teil

Datei hochladen

Im Preisrechner oder direkt im Kalkulator des Verfahrens. STEP und IGES wandeln wir serverseitig um.

Verfahren und Werkstoff wählen

Für dichte Funktionsteile führt der Weg meist über FDM oder SLS. Unsicher? Der Materialfinder fragt nach dem Einsatzzweck.

Wand und Füllgrad festlegen

Der Füllgrad ist im FDM zwischen 30 und 100 % wählbar, voreingestellt sind 20 %. Für flüssigkeitsführende Teile lohnen sich ein höherer Wert und eine kräftigere Wand; die Mindestwandstärke prüft der Kalkulator.

Versiegelung dazuwählen

Unter „Beschichtung“ die Variante mit oder ohne UV-Schutz anklicken. Der Aufpreis erscheint sofort im Preis, nicht später in einem Angebot.

Bestellen

Der Preis ist verbindlich, ohne Rüstkosten; der Mindestbestellwert liegt bei 3 € je Bestellung. Das Lieferdatum im Warenkorb schließt die Nachbearbeitung ein.

Der Mengenrabatt gilt auch für versiegelte Teile: Ab 50 € Warenwert 10 %, ab 100 € 15 %, ab 200 € 20 %. Siehe Kleinserien im 3D-Druck.

Häufige Fragen zur Versiegelung

Wird mein Teil durch die Versiegelung wirklich dicht?

Die Imprägnierung verschließt nach Herstellerangabe Mikroporen bis 0,2 mm, bei der UV-Variante bis 0,5 mm. Sie gleicht keine Spalten, Risse oder zu dünnen Wände aus. Eigene Dichtheitsprüfungen führen wir nicht durch – testen Sie das Teil bitte in Ihrer Einbausituation, bevor Sie eine Serie bestellen.

Zu welchen Werkstoffen kann ich die Versiegelung bestellen?

Zu allen FDM-Filamenten – PLA, PLA Plus, PETG, ABS, ASA, Green TEC Pro, PCTG, ESD-PLA und PETG V0 – sowie zu PA12 und TPU 90A aus dem SLS-Druck. Die Variante mit UV-Schutz steht für PETG, ASA, PCTG, PETG V0 und PA12 zur Auswahl. Für SLA-Harze bieten wir die Option nicht an.

Trägt die Versiegelung auf – bleiben enge Passungen erhalten?

Die Imprägnierung zieht in die Porenstruktur, statt eine dicke Lackschicht aufzubauen, und härtet farblos aus – die Materialfarbe bleibt erhalten. Einen eigenen Messwert zum Schichtauftrag haben wir nicht erhoben. Bei Passungen im Zehntelbereich planen Sie deshalb etwas Spiel ein oder rufen Sie vorher an.

Kann ich ein versiegeltes Teil danach noch lackieren?

Ja. Die lösemittelfreie Variante ist nach Herstellerangabe mit allen gängigen Lacken überlackierbar, die UV-Variante mit lösemittelfreien und wasserbasierten Lacken. Weil die geschlossene Oberfläche weniger Grundierung aufsaugt, ist sie die bessere Ausgangslage.

Darf ein versiegeltes Teil mit Lebensmitteln oder Trinkwasser in Kontakt kommen?

Eine Freigabe dafür bekommen Sie von uns nicht – die Gründe sind aber differenzierter, als das klingt. Am Material liegt es nicht: Mehrere unserer Werkstoffe sind als Rohstoff FDA-konform zertifiziert, und für die Versiegelung AM Hydro (dichtol AM #2567) hat der Hersteller nachgewiesen, dass sich im Kontakt mit Trinkwasser keine Bestandteile herauslösen. Nur gilt das jeweils für den Werkstoff, nicht für Ihr Teil: Lebensmittelkonformität wird grundsätzlich am gesamten Bauteil geprüft, nie an einer einzelnen Komponente, und müsste für Ihren Anwendungsfall eigens ermittelt werden. Dazu kommt die Oberfläche – zwischen den Druckschichten bleiben feine Rillen, in denen sich Rückstände halten und die sich nicht keimfrei reinigen lassen. Wenn Sie so ein Teil brauchen, rufen Sie uns an, bevor Sie bestellen.

Hält ein versiegeltes Teil Innendruck aus?

Darauf legen wir es nicht aus. Die Versiegelung schließt Poren, sie macht aus einem Druckteil keinen geprüften Druckbehälter – Berstdruckprüfung und Auslegung nach Druckgeräterichtlinie bieten wir nicht an. Gedacht ist sie für drucklose Teile wie Wannen und Gehäuse.

Warum versiegeln Sie SLA-Teile nicht?

Weil dort nichts zu verschließen ist: Im SLA-Druck härtet flüssiges Harz in 0,05 mm dünnen Schichten zu einem geschlossenen Körper aus. Poren wie im FDM-Bahnverbund oder im SLS-Pulverbett entstehen nicht, deshalb steht die Option zu den Harzen nicht zur Auswahl.

Was kostet die Versiegelung?

Der Kalkulator rechnet den Aufpreis ein, sobald Sie die Option anklicken, und zeigt den Endpreis pro Stück und für die Menge – ein gesondertes Angebot gibt es nicht. Das Lieferdatum im Warenkorb schließt die Nachbearbeitung bereits ein.

Teil hochladen, Versiegelung anhaken, fertig

Die Versiegelung ist eine Option im selben Bestellvorgang, der Aufpreis steht sofort im Preis. Laden Sie Ihre Datei hoch – im FDM-Kalkulator, im SLS-Kalkulator oder im Preisrechner für alle drei Verfahren. Fragen zur Eignung Ihres Bauteils: Mo bis Fr 10 bis 17 Uhr unter +49 163 2200275.