Beratung und Service: Mo. - Fr.: 10:00 Uhr - 17:00 Uhr

Toleranzen und Maßhaltigkeit im 3D-Druck: was FDM, SLA und SLS real erreichen

Ob ein Druckteil passt, entscheidet sich fast immer an drei oder vier Maßen: einer Bohrung, einem Achsabstand, einer Nut, einem Steckmaß. Diese Seite erklärt, was die Maßhaltigkeit im 3D-Druck bestimmt – Schichthöhe, Bahnbreite, Schwund, Verzug, Aufbaurichtung – und was Sie in der Konstruktion dagegen tun. Eine pauschale Toleranzklasse nennen wir bewusst nicht: keine Zahl, die wir nicht selbst gemessen haben. Stattdessen klären wir Ihr kritisches Maß vor dem Druck – Mo–Fr 10–17 Uhr, +49 163 2200275.

Die Eckdaten

Diese Prozessgrößen entscheiden über die Maßhaltigkeit – eine Toleranzangabe sind sie nicht.

Schichthöhe SLA0,05 mm – die feinste Stufe, die wir bauen
Schichthöhe SLS0,11 mm
Schichthöhe FDM0,15 mm, im XXL 0,20 mm
Düse im FDM0,4 bzw. 0,6 mm – die Bahnbreite jeder Wand
MindestwandstärkeSLA 0,3 mm, SLS 0,8 mm, FDM 0,8 bzw. 1,2 mm
BauraumFDM bis 360 × 360 × 360 mm, SLA 200 × 125 × 210 mm, SLS 159 × 159 × 295 mm
MaschinenSLA Formlabs Form 4, SLS Formlabs Fuse 1, FDM Drucker von Prusa
Toleranzangabekeine veröffentlichte Klasse – kritische Maße besprechen wir vorab
BeratungMo–Fr 10–17 Uhr, +49 163 2200275

Was die Maßhaltigkeit tatsächlich bestimmt

Ein Druckteil entsteht nicht durch Wegnehmen von Material aus einem maßhaltigen Rohling, sondern durch Aufbauen aus Material, das seinen Zustand wechselt – und jeder Wechsel verändert Volumen. Diese Mechanismen wirken bei jedem Anbieter:

Die Schicht ist die kleinste Stufe in der Höhe

Höhenmaße rasten auf Vielfache der Schichthöhe ein: 0,05 mm im SLA, 0,11 mm im SLS, 0,15 bzw. 0,20 mm im FDM. Ein Absatz von 10,00 mm landet im FDM auf dem nächsten Vielfachen von 0,15 mm.

Bahnbreite statt Schneidkante

Im FDM entsteht jede Wand aus Bahnen von 0,4 oder 0,6 mm Breite, die warm abgelegt werden und sich am Rand breitdrücken. Außenmaße tendieren zum Übermaß, Innenmaße – Bohrungen, Nuten, Taschen – zum Untermaß.

Schwund und Verzug beim Abkühlen

Thermoplast schrumpft beim Erkalten: PLA wenig, PETG mittel, ABS und ASA deutlich. Kritisch wird es, wenn der Schwund ungleichmäßig wirkt – große Grundflächen ziehen sich an den Ecken hoch, dünne Platten werden bauchig. An einer handtellergroßen Fläche fällt das kaum auf, an einer Platte über die volle Bauraumbreite schon.

Aufbaurichtung und Anisotropie

Ein FDM-Teil ist quer zu den Schichten schwächer, und auch maßlich verhält sich die Aufbaurichtung anders als die Ebene: Eine liegend gedruckte Bohrung wird oben zum Überhang und unrund, stehend bleibt sie rund. Im SLS entfällt das – PA12 ist nahezu richtungsunabhängig.

Schrumpf im Pulverbett und beim Aushärten

Im SLS kühlt das heiße Bauvolumen langsam ab; der Schrumpf ist eingerechnet, aber nicht überall im Bauraum gleich. Im SLA zieht sich Harz beim Vernetzen zusammen, und Stützen hinterlassen Ansatzstellen auf Anlageflächen. Harze und Pulver stammen von Formlabs und sind auf unsere Form 4 und Fuse 1 abgestimmt – Belichtung und Schrumpf sind für Ihr Teil damit bekannte Größen, nicht geraten.

Warum hier keine Toleranztabelle steht

Angaben wie „± 0,x mm auf 100 mm“ finden Sie bei vielen Dienstleistern. Sie stammen meist aus Maschinendatenblättern und gelten für ein Prüfteil unter Laborbedingungen – auf Ihr Bauteil übertragbar sind sie kaum, weil Geometrie, Größe, Werkstoff und Lage im Bauraum stärker wirken als die Maschine. Wir haben keine eigene Messreihe über alle Werkstoffe und Bauteilgrößen und schreiben deshalb keine Zahl hin, für die wir nicht geradestehen können.

Stattdessen: Nennen Sie uns vor der Bestellung das Maß, das sitzen muss – wir sagen Ihnen, ob es realistisch ist und welches Verfahren dafür passt. Ein Anruf von fünf Minuten: Mo–Fr 10–17 Uhr, +49 163 2200275.

Wo Maßhaltigkeit an Grenzen stößt

Damit Sie nicht mit falschen Erwartungen bestellen – das leistet der Druck maßlich nicht:

Presspassungen

Ein definiertes Übermaß lässt sich im Kunststoffdruck nicht zuverlässig treffen, und unter Dauerlast kriecht der Werkstoff. Besser: Spielpassung plus Sicherung – Schraube, Kleber, Schnapphaken oder Einschmelzgewinde.

Bohrungen als Fertigmaß

Kleine Bohrungen kommen meist zu eng aus der Maschine. Behandeln Sie sie als Vorbohrung für Bohrer oder Reibahle oder geben Sie Übermaß vor.

Direkt gedruckte Feingewinde

Ein gedrucktes M3-Gewinde ist maßlich heikel und hält wenig aus. In FDM-Teile setzen wir Messing-Einschmelzgewinde M2 bis M10 – dann ist das Gewinde ein Normteil, kein Druckergebnis.

Große plane Anlageflächen

Je größer die Fläche, desto sichtbarer der Verzug. Rippen, Aussparungen und eine Auflage in drei Punkten helfen.

Nacharbeit und Prüfprotokoll

Wir drucken, entstützen, färben und versiegeln. CNC-Nacharbeit, Schleifen auf Maß oder ein Protokoll mit Ist-Werten gehören nicht zum Standardumfang – fragen Sie vorher an.

Die drei Verfahren maßlich nebeneinander

Ausführlich beschrieben: FDM-Druckservice, SLA-Druckservice, SLS-Druckservice.

FDMSLASLS
Schichthöhe0,15 mm, im XXL 0,20 mm0,05 mm0,11 mm
Mindestwandstärke0,8 mm, im XXL 1,2 mm0,3 mm0,8 mm
Hauptursache für MaßabweichungSchwund, Verzug, Bahnbreite der DüseSchrumpf beim Aushärten, Ansatzstellen der StützenSchrumpf im Pulverbett, Lage im Bauraum
Richtungsabhängigkeitdeutlich – Aufbaurichtung ist die schwache Achsegeringgering, PA12 nahezu isotrop
Stützstrukturenje nach Formimmerkeine
Stark, wenn ein Maß sitzen mussgünstig und groß – Maß in die Ebene legenkleine Teile mit feinen DetailsFunktionsteile mit vielen Maßen, ohne Stützenspuren

Was Sie in der Konstruktion beeinflussen können

Der größere Hebel liegt beim Bauteil, nicht bei der Maschine:

Toleranz nur dort eng, wo sie wirkt

Legen Sie fest, welche zwei, drei Maße Funktion tragen – Lagersitz, Achsabstand, Steckmaß. Der Rest darf großzügig sein.

Spiel statt Presssitz

Eine Verbindung, die sich mit Spiel fügt und danach verschraubt oder verklebt wird, ist robuster als eine, die nur bei exaktem Übermaß hält.

Bohrungen an das Einbauteil anpassen

Soll ein Gewinde hinein, konstruieren Sie gleich die Aufnahme: M3 braucht 4,05 mm Durchmesser auf 6,7 mm Tiefe, M5 braucht 6,45 mm auf 10,5 mm. Die Tabelle M2 bis M10 steht bei den Gewindeeinsätzen.

Wandstärken gleichmäßig halten

Materialanhäufungen kühlen langsamer ab als dünne Bereiche daneben – dort entsteht Verzug. Konstante Wandstärke mit Rippen ist maßhaltiger als ein massiver Block.

Die Aufbaurichtung mitdenken

Legen Sie kritische Maße in die Druckebene statt in die Aufbaurichtung. Der Kalkulator richtet das Teil automatisch aus – ist die Orientierung entscheidend, sagen Sie es vorher.

Sauber exportieren

STEP hochladen oder das STL fein tessellieren – eine grob exportierte Bohrung ist ein Vieleck, kein Kreis. Noch kein Modell? Siehe 3D-Modell erstellen.

So klären Sie Ihr kritisches Maß vor der Bestellung

Datei hochladen

Im Preisrechner STL, OBJ, 3MF, STEP, IGES oder BREP bis 256 MB hochladen. Der Kalkulator prüft Wandstärke und Bauraum und zeigt den Preis aller drei Verfahren – verbindlich, ohne Angebot.

Kritisches Maß benennen

Rufen Sie an, bevor Sie bestellen: Mo–Fr 10–17 Uhr, +49 163 2200275. Nennen Sie Maß, Gegenstück und erlaubtes Spiel – daraus ergibt sich das Verfahren.

Material festlegen

Formtreue und Belastbarkeit hängen am Werkstoff. Der Materialfinder fragt nach dem Einsatzzweck; bei Funktionsteilen ist PA12 aus dem SLS die ruhigste Wahl.

Erst ein Teil, dann die Serie

Mindestbestellwert 3 € je Bestellung, keine Rüstkosten. Passt das Muster, folgt die Serie mit Mengenrabatt: Ab 50 € Warenwert 10 %, ab 100 € 15 %, ab 200 € 20 %. Lieferzeit 15 bis 21 Tage. Mehr unter Kleinserien.

Häufige Fragen zu Toleranzen und Maßhaltigkeit

Welche Toleranz erreichen Ihre Druckteile?

Wir veröffentlichen keine pauschale Toleranzklasse: Ohne eigene Messreihe sagt eine solche Zahl nichts über Ihr Teil aus – entscheidend sind Geometrie, Größe, Werkstoff und Aufbaurichtung. Nennen Sie uns das Maß, das sitzen muss: Mo–Fr 10–17 Uhr, +49 163 2200275.

Welches Ihrer drei Verfahren ist am maßhaltigsten?

Für kleine, filigrane Teile der SLA-Druck: 0,05 mm Schichthöhe, 0,3 mm Mindestwandstärke. Für Funktionsteile der SLS-Druck: 0,11 mm Schichten, keine Stützstrukturen, mit PA12 nahezu richtungsunabhängig. FDM ist am günstigsten und am größten, zeigt Schwund und Verzug aber am stärksten.

Warum fällt meine Bohrung enger aus als konstruiert?

Weil ein Loch von innen begrenzt wird. Im FDM legt die Düse Bahnen von 0,4 oder 0,6 mm Breite ab, die sich an der Kante breitdrücken – die Bohrung verliert Durchmesser. Dazu kommen der Schwund beim Abkühlen und bei grobem STL-Export die Vieleck-Näherung des Kreises.

Wie viel Spiel soll ich für eine Steckverbindung vorsehen?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht – das Spiel hängt an Verfahren, Werkstoff, Durchmesser und Aufbaurichtung. Verlässlich ist der umgekehrte Weg: mit Spiel konstruieren, über Schraube oder Klebefläche sichern und die Passung vorab an einem Einzelteil prüfen.

Können Sie ein Maß nach dem Druck nacharbeiten?

Spanende Nacharbeit bieten wir nicht an – keine CNC, kein Schleifen auf Maß. Nach dem Druck entfernen wir Stützstrukturen, färben SLS-Teile schwarz, versiegeln und setzen Einschmelzgewinde M2 bis M10 in FDM-Teile. Bohrungen arbeiten Sie selbst nach.

Verändert sich das Maß nach der Lieferung noch?

Kunststoffe arbeiten mit Wärme und Feuchtigkeit: PLA verliert schon bei mäßiger Wärme seine Steifigkeit – dafür sind ABS und ASA die richtige Wahl. PA12 nimmt wenig Feuchtigkeit auf und bleibt über einen breiten Temperaturbereich stabil.

Lohnt sich ein Musterteil vor der Kleinserie?

Bei jedem Teil mit Passung: ja. Es gibt keine Rüstkosten und einen Mindestbestellwert von nur 3 € je Bestellung, der Mengenrabatt greift ohnehin erst ab 50 € Warenwert. Ein Muster ersetzt jede geratene Toleranzangabe durch ein Teil in der Hand.

Kritisches Maß? Dann reden wir vorher darüber.

Laden Sie Ihr Teil hoch und sehen Sie in Sekunden, was FDM, SLA und SLS kosten. Muss ein Maß sitzen, rufen Sie vorher an: Mo–Fr 10–17 Uhr, +49 163 2200275. Wandstärken, Überhänge und Passungen druckgerecht auslegen: Konstruieren für den 3D-Druck.